Resolution des ABSOT gegen die Autobahn-Variante und Verschiebung des Südostlink: Keine Trasse, nirgends

  • Pressemitteilung vom 15.04.2019



    Resolution gegen die Autobahn-Variante und Verschiebung des Südostlink:


    Keine Trasse, nirgends!


    Das Aktionsbündnis gegen die Süd-Ost-Trasse (ABSOT) lehnt den Bau des Südostlink grundsätzlich ab. Der Ausbau eines überdimensionierten Übertragungsnetzes ist unwirtschaftlich, umweltzerstörend und für die Energiewende kontraproduktiv. Deshalb ist es vollkommen unerheblich, wo diese Trasse verläuft – Bayern braucht den Südostlink nicht. Er dient nicht der Versorgungssicherheit, sondern dem europaweiten Handel mit Atom- und Kohlestrom und verhindert die Energiewende und die Einhaltung der Klimaziele.


    Wir fordern die Vertreter der CSU auf, nicht länger nach dem Sankt-Florians-Prinzip zu handeln. Die Verschiebung des Südostlink reicht nicht. Er muss verhindert werden.


    Seit einigen Wochen geistert wieder verstärkt die Information in der Öffentlichkeit umher, es sei wünschenswert, dass der Südostlink an die Autobahn verlegt werde. Dies sei nach Auffassung einiger Politiker eine gute Lösung. Damit erhofft man sich offensichtlich, den Protest gegen das Wahnsinnsprojekt zu befrieden.


    Dabei wird übersehen: Die Naturzerstörungen durch erdverkabelte Stromtrassen sind enorm. Die hohen Kosten erdverkabelter Megatrassen wie dem Südostlink führen zu wachsenden gesellschaftlichen Problemen. Ohne eine regionale Wertschöpfung bei der Energieerzeugung wird Strom immer mehr zu einem Luxusgut, wie die massiven Preiserhöhungen der Netzentgelte durch die Übertragungsnetzbetreiber jetzt schon zeigen. Große Übertragungsleitungen sind in einem normalen Prozedere nicht vor 2028 fertiggestellt. Mit Klagen und Protesten wird das Verfahren aller Voraussicht nach wesentlich länger dauern. Rechtliche Fragen sind offen. Ein zügiger dezentraler Ausbau von EE ist für die Versorgungssicherheit und für eine kostengünstige Stromversorgung alternativlos. Nicht erforschte Gesundheitsrisiken machen eine Fokussierung auf den Schutz der Bevölkerung bei Aufrüstung und Neubau von Leitungen notwendig. Ausreichende, verpflichtende Abstandsregelungen fehlen. Deshalb fordern wir den sofortigen Stopp des aktuell zentralistischen und intransparenten Planungsverfahrens zur Netzentwicklung (NEP).


    Unsere Informationen zeigen: Eine erdkverkabelte Stromtrasse, die komplett an der Autobahn verläuft, gibt es bislang nicht. Der Südostlink ist ein Pilotprojekt von nie dagewesener Größenordnung. Alle technischen Überprüfungen haben ergeben, dass die Autobahnvariante unrealistisch ist.


    Es sind viele Fragen offen:


    • Warum setzen sich diese Politiker nicht dafür ein, die Trassen vollkommen zu verhindern?
    • Warum wird die dezentrale Energiewende mit einer Wertschöpfung für Bayern weiterhin blockiert?
    • Selbst bei einer theoretischen Nutzbarkeit der Anbauverbots- bzw. der Ausbaubeschränkungszone kann nicht automatisch eine Vorzugswürdigkeit der Bündelung mit der Autobahn A 93 abgeleitet werden.
    • Durch das am 04.04.2019 im Bundestag beschlossene Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG 2.0) besteht die Möglichkeit, beim Bau von Erdkabel-Trassen Leerrohre mit zu verlegen. Wir bezweifeln, dass die dadurch massiv verbreiterten Korridore ausreichend Platz entlang der Autobahn finden würden.


    Die Bürgerinitiativen im Aktionsbündnis gegen die Süd-Ost-Trasse sagen deshalb klar NEIN zum Südostlink. Keine Trasse, nirgends.



    Für die Bürgerinitiativen im Aktionsbündnis:


    Dörte Hamann und Josef Langgärtner


    Sprecher Aktionsbündnis gegen die Süd-Ost-Trasse
    Für eine dezentrale Energiewende ohne überdimensionierten Netzausbau!



    Resolution gegen die Autobahn-Variante und Verschiebung des Südostlink.pdf