Beiträge von olilsvja

    Pressemitteilung vom 10. Juli 2026

    Von Dienstag, 14. Juli 2026, bis Donnerstag, 16. Juli 2026, findet in Röthenbach a.d. Pegnitz der Erörterungstermin zur Juraleitung (Abschnitt A-Ost) statt.
    Mit einer Protestaktion vor der Röthenbacher Karl-Diehl-Halle leiten die Bürgerinitiativen des Aktionsbündnis Trassengegner am Eröffnungstag um 8:30 Uhr den Erörterungstermin ein.

    Die Veränderungen bei der Planung der Juraleitung durch den Wegfall des Westbayernrings sind massiv, der Bau der Höchstspannungstrasse wird sich um mehrere Jahre verzögern. Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet hat zugegeben: „Es hat uns kalt erwischt.“
    Trotz der Tatsache, dass ein wesentlicher Teil der Juraleitung nicht wie geplant realisiert werden kann, möchte der ÜNB mit dem Bau von Teilabschnitten bereits beginnen, ohne ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Juraleitung vorgelegt zu haben.

    Vorgezogene Baumaßnahmen für die Juraleitung für das Teilstück Ludersheim bis Altheim wird das Aktionsbündnis Trassengegner nicht akzeptieren. Die Rahmenbedingungen für eine Planfeststellung haben sich aufgrund der massiven Verzögerung in relevantem Maß geändert. Die zum Termin eingereichten Unterlagen sind unvollständig und weisen zahlreiche Mängel auf.
    Das Aktionsbündnis Trassengegner verlangt ein Moratorium.

    Das Planungschaos bei Tennet zeigt, dass die Firma mit dem gleichzeitigen Bau neuer Stromleitungen offensichtlich überfordert ist. Auch an anderen geplanten Leitungen wie Südlink und Südostlink beobachten wir fehlerhaftes Vorgehen und zahlreiche Verstöße gegen Natur- und Umweltschutz. Dies darf sich nicht wiederholen!

    Wir lehnen den Bau der Juraleitung grundlegend ab.
    Die Frage nach dem Bedarf bleibt unbeantwortet. Der Bau dieser neuen Stromhandelstrasse schadet der Energiewende, dem Klimaschutz und der Versorgungssicherheit. Die Strompreise werden damit in unbezahlbare Höhen getrieben. Der Strombedarf steigt bei Weitem nicht in dem Ausmaß, wie ursprünglich angenommen. Die zu erwartenden massiven Auswirkungen auf die Bevölkerung während der Bauzeit sowie im späteren Betrieb entlang der Juraleitung sind nicht hinnehmbar. Kein einziger Baum darf für die Juraleitung gefällt werden.

    Nein zur Juraleitung!
    Ja zur dezentralen Energiewende!

    • Ist Planfeststellungsbeschluss SuedLink noch verbindlich?
    • Kosten explodieren durch Baumängel
    • Widerstand regt sich gegen den Netzentwicklungsplan

    Nach Änderungen des Planfeststellungsbeschlusses im SuedLink-Trassen-Abschnitt D2 (Bayern) wurde jetzt auch eine Änderung für den Abschnitt D1 (Thüringen/Bayern) beantragt. Wie verbindlich ist ein Planfeststellungsbeschluss, wenn ohne abschließende Genehmigung der BNetzA die Leitungsführung geändert und unvermindert weitergebaut werden kann? Die Verantwortlichen können Probleme kleinreden, aber Bürgerinitiativen sind alarmiert.

    Es kann inzwischen jeden treffen, denn Planänderungen kommen oft überraschend, da man sie nicht öffentlich bekannt geben muss. Für betroffene Gemeinden und Grundstücksbesitzer kann es gravierende Folgen haben, wenn aus Angst vor Enteignung den Neuerungen vorschnell zugestimmt wird. Der Flächenverbrauch steigt enorm, Schutzstreifen werden erweitert und durch eine neue Baustelle können bisher unberührte Grundstücke mit einbezogen werden. Auch die Umweltschäden häufen sich. Zusätzlich erhöhen sich mit jeder Korrektur der ursprünglichen Planung die Kosten für die Allgemeinheit.

    SuedLink wird nicht wegen der besorgten Menschen zum Milliardengrab, sondern aufgrund der Ignoranz der Bauträger, die scheinbar nach dem Prinzip „Augen zu und durch“ agieren. Der Bundesverband gegen SuedLink fordert eine bessere Kontrolle durch die BNetzA als oberste Aufsichtsbehörde, damit Umweltschutz rechtzeitig umgesetzt wird.

    Bürgerinitiativen-Arbeit ist berechtigt und wichtiger denn je

    Niemand konnte das Ausmaß der SuedLink-Baustellen und der Eingriffe in Natur und Umwelt erahnen, da Informationen unvollständig und teilweise irreführend sind. Betroffene bleiben oft ratlos oder sogar verzweifelt zurück. Während die Beteiligung an Planungsverfahren für die Öffentlichkeit einzig auf einem Anhörungsrecht beruht, suggerieren Alibiveranstaltungen der Übertragungsnetzbetreiber Mitbestimmungsrecht.

    Nicht von ungefähr kommt es an vielen SuedLink-Baustellen zu gravierenden Problemen. Nur aufmerksamen Bürger:innen ist es zu verdanken, dass Schadensfälle vor allem bei den HDD-Bohrungen an die Öffentlichkeit gelangen. Gewässer und landwirtschaftliche Flächen werden regelmäßig durch überschüssige Spülbohrungsflüssigkeit (Ausbläser) verunreinigt, die Havarie-Konzepte greifen nicht. Dazu Hildegard Beyfuß, Vorsitzende der Initiative A7 Stromtrasse NEIN: „Die Aufklärungsarbeit durch Bürgerinitiativen ist wichtiger denn je. Es ist legitim, wenn wir entlang der gesamten Großbaustelle SuedLink fordern, dass gesetzeskonform gearbeitet wird. Durch die dokumentierten Umweltschäden und Verstöße gegen das Naturschutzgesetz ergeben sich daran allerdings berechtigte Zweifel. Mehrfach wurde ein Baustopp gefordert und auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat sich dazu in einer Pressemitteilung geäußert!“ Neues Ungemach droht durch den Entwurf der Regierung zu einem weiteren Beschleunigungsgesetz, den der Bundestag letzten Freitag (26.06.26) genehmigt hat. Gegen das sogenannte Infrastruktur-Zukunftsgesetz laufen Umweltverbände bereits Sturm.

    Die Bundesnetzagentur (BNetzA) muss reagieren, denn eine falsche Netzplanung belastet den Wirtschaftsstandort Deutschland und Bürger:innen gleichermaßen

    Die Befugnisse der BNetzA im Bereich der Netzplanungen wurden in den letzten Jahren massiv erweitert. Sie ist inzwischen nicht nur Prüfbehörde, sondern ist zur „Zentrale“ der Netzplanung geworden. Die BNetzA steuert alleinverantwortlich und stellt Regeln für die Beurteilung der Netzpläne auf. Somit hat sie aber auch eine besondere Verantwortung.

    Derzeit steht der 2. Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom (NEP) zur Konsultation. Auch die Öffentlichkeit ist bis zum 24. August 2026 zur Stellungnahme aufgefordert, denn jetzt werden die Weichen für den Übertragungsnetzausbau der nächsten Jahre gestellt. Die Beschleunigungsgesetze für den Netzausbau erschweren die Beteiligung der Öffentlichkeit an Planungsverfahren. Durch die Einführung von sogenannten Infrastrukturgebieten werden Korridore für neue Stromleitungen nur mehr oberflächlich geprüft und viele Raumwiderstände gar nicht erkannt. Umwelt- und Naturschutzrichtlinien haben keine Priorität mehr.

    Maria Quanz, Vorsitzende des Bundesverbandes gegen SuedLink, erkennt darin ein Muster: „Dass Übertragungsnetzbetreiber Stellungnahmen nicht berücksichtigen, gehört zum Alltag, aber dass inzwischen auch Anfragen und Beschwerdebriefe an die BNetzA nicht mehr beantwortet werden, zeigt eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber konstruktiver Kritik. Man setzt auf Zermürbung des „Raumwiderstandes Mensch“. Viele Entscheidungen, die vor Jahren im Dialog mit den Menschen getroffen wurden, werden jetzt zurückgenommen. Die Rückkehr zur Freileitung und die geplante Abschaffung von Mindestabständen zur Bebauung sind beispielgebend. Dies geschieht mit fadenscheinigen Begründungen, während man einzig und allein die Beschleunigung des Netzausbaus vorantreiben will.“

    Viele Argumente widerlegen den prognostizierten Netzausbaubedarf

    Die Argumente gegen den überdimensionierten Netzausbau sind schlüssig. Man muss die Netzentwicklungspläne der Übertragungsnetzbetreiber nur einige Jahre zurückverfolgen und die dortigen Annahmen mit der Gegenwart bzw. der näheren Zukunft vergleichen. Entgegen allen Prognosen ist der Stromverbrauch gesunken. Es zeigt sich auch, dass auf allen Ebenen (Industrie/Wirtschaft/Privathaushalte) die Umstellung des Energiesystems auf erneuerbare Energien signifikant langsamer erfolgt, als die Übertragungsnetzbetreiber erwartet haben.

    Jede realistische Zukunftseinschätzung deutet auf einen geringeren Netzausbaubedarf hin. Die systematischen Fehler im Netzentwicklungsplan führen zu falschen, deutlich zu hohen Annahmen. Wenn das Stromnetz überdimensioniert ausgebaut wird, ergeben sich aus jedem Leitungskilometer jahrzehntelange Folgekosten für Unternehmen und private Haushalte. Ein starker Anstieg der Netzentgelte und somit der Strompreise ist vorprogrammiert. Der Wirtschaftsstandort Deutschland wird im internationalen Vergleich immer unattraktiver.

    Die Bundesnetzagentur steht in der Verantwortung die Fehler im Netzentwicklungsplan zu beseitigen und realistische Angaben für die Bewertung des Netzbedarfs zu beachten. Das überragende öffentliche Interesse besteht darin, dass eine verantwortungsvolle und somit bezahlbare Energiepolitik betrieben wird. Für die Energiewende ist u.a. entscheidend, dass regional das Verteilnetz ausgebaut und der Bau von Speichern vorangetrieben wird. Mit der Forderung, dass diese netzdienlich und nicht profitorientiert betrieben werden müssen. Auch dadurch verringert sich der Ausbaubedarf beim teuren Übertragungsnetz.

    Kontakt für Rückfragen:

    Maria Quanz, Verbandssprecherin BBgS
    Bundesverband gegen SuedLink
    Tel. +49 160 7826925
    kontakt@bundesverband-gegen-suedlink.de

    Hildegard Beyfuß, 1. Vorsitzende
    Bürgerinitiative A7 Stromtrasse NEIN e.V.
    Tel. +49 1575 8782143
    h.beyfuss@a7stromtrasse.de

    Dörte Hamann, Sprecherin Aktionsbündnis Trassengegner
    Aktionsbündnis Trassengegner
    Tel. +49 1573 2618073
    pressestelle@stromautobahn.de

    Erörterungstermin zur Juraleitung

    Sonderfall Katzwangtunnel -
    Aktionsbündnis Trassengegner kritisiert gravierende Planungsmängel

    Anlässlich des Erörterungstermins zur geplanten 380-kV-Leitung Raitersaich – Ludersheim – Sittling – Altheim („Juraleitung“) am Dienstag, 28. April 2026, sowie der Fortsetzung am Mittwoch, 29. April 2026, jeweils ab 10:00 Uhr im Gemeinschaftshaus Langwasser, bekräftigt das Aktionsbündnis Trassengegner seine unveränderte Ablehnung gegen das Vorhaben.

    Im Fokus steht der Teilabschnitt Raitersaich-West – Ludersheim-West (Abschnitt A-Katzwang) im Gebiet der Städte Nürnberg und Schwabach.

    Bedarf und Planung werden grundlegend infrage gestellt
    Das Bündnis der Bürgerinitiativen gegen die Juraleitung zweifelt den Bedarf für die neue Stromtrasse grundsätzlich an. Die zugrunde liegenden Planungen sind veraltet und werden aktuellen energiepolitischen Entwicklungen nicht gerecht. „Wir haben es hier mit einem Projekt zu tun, das weder energiewendekonform noch wirtschaftlich tragfähig ist“, erklärt Sprecherin Dörte Hamann vom Aktionsbündnis Trassengegner. “Der Neubau der Juraleitung ist unnötig, überdimensioniert und nicht mit den Klimaschutzzielen vereinbar - die Energiewende kann nur dezentral funktionieren. Angesichts der klammen finanziellen Lage und der stark veränderten politischen Situation fordern wir ein Moratorium für den weiteren Übertragungsnetzausbau, der lediglich der Erweiterung des Stromhandels dient, nicht aber die Versorgungssicherheit erhöht”.

    Katzwang-Tunnel: Symbol einer kostenintensiven Hochrisikostrategie
    Besonders kritisch bewerten die Trassengegner den geplanten Kabeltunnel im Bereich Katzwang. Dieser stellt keinen gewöhnlichen Bauabschnitt dar, sondern ist ein höchst komplexes und risikobehaftetes Sonderbauwerk.

    „Hier wird keine risikoarme Lösung verfolgt, sondern eine Hochrisikostrategie umgesetzt“, kritisiert Hamann. Die Kombination aus begehbarem Doppeltunnel, sensiblen Querungen und erhöhten Anforderungen an den Betrieb machen den Abschnitt zu einem sicherheits- und kostenpolitisch hochproblematischen Kernstück der Planung. Die Regierung von Mittelfranken behandelt im Erörterungstermin nicht zufällig die Punkte „Planungsalternativen/-varianten“ und „Tunnelsicherheit/Havariegefahr“ gesondert. Vor dem Hintergrund der aktuellen sicherheitspolitischen Lage sieht das Bündnis darin eine gravierende Gefahrenquelle.

    Nach Auffassung des Aktionsbündnisses widerspricht der Tunnel den Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes (§ 43 EnWG). Der beantragte Katzwangtunnel ist nicht nur eine technische Detailfrage des Vorhabens, sondern der zentrale Punkt, an dem das planfeststellungsrechtliche „Wie“ der Juraleitung wirtschaftlich und abwägungsrechtlich scheitern kann. Laut Energiewirtschaftsgesetz sind bei der Planfeststellung insbesondere eine möglichst wirtschaftliche Errichtung und ein möglichst wirtschaftlicher Betrieb des Vorhabens besonders zu berücksichtigen.

    Die vorliegenden Planunterlagen belegen dagegen klar, dass es sich um einen „aufwendigen und kostenintensiven Erdkabelabschnitt“ handelt. Auf wenigen Kilometern würden unverhältnismäßig hohe Kosten – Schätzungen zufolge im dreistelligen Millionenbereich, was immer das genau heißt – konzentriert, während gleichzeitig erhebliche technische Risiken bestehen.

    Schwere Eingriffe in Natur und Umwelt
    Neben wirtschaftlichen Aspekten sieht das Aktionsbündnis Trassengegner massive und inakzeptable Eingriffe in Natur und Landschaft. Die entlang der Juraleitung geplanten Waldrodungen – vor allem auch im Raum Altdorf-Ludersheim – sowie die Risiken für Gewässer und Feuchtgebiete sind nicht hinnehmbar.
    Betroffen sind unter anderem Bannwälder, Landschafts- und Vogelschutzgebiete sowie natürliche Wasserläufe. Die geplante Trasse führt zu einer Zerschneidung sensibler Lebensräume und gefährdet Flora und Fauna nachhaltig. Auch mögliche lokale Erwärmungseffekte im Bereich des Katzwangtunnels werten die Bürgerinitiativen als unzureichend untersucht.

    Erwartungen an die Stadt Nürnberg
    Mit Blick auf die kommunale Ebene richten wir klare Erwartungen an die Stadt Nürnberg und insbesondere an Oberbürgermeister Marcus König. Dieser hatte mehrfach betont, dass die Stadt keine Einschränkungen für die weitere Stadtentwicklung akzeptieren und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger mit Nachdruck vertreten werde.
    Das Aktionsbündnis fordert, diesen Ankündigungen nun konkrete Taten folgen zu lassen, notfalls auch mit juristischen Mitteln. „Jetzt wird sich zeigen, ob die Stadtspitze zu ihrem Wort steht“, so Dörte Hamann. “Dabei fordern wir die Verantwortlichen dazu auf, nicht nach dem Sankt-Florians-Prinzip zu handeln und die Juraleitung einfach mal anderen vor die Haustür zu schieben, wie es etwa mit der von OB König präferierten Südumgehung außerhalb des Nürnberger Stadtgebietes der Fall wäre. Wir erwarten, dass sich auch die Kommunalpolitik mit der Tatsache befasst, dass die Juraleitung ganz entscheidend zu untragbaren und unsozialen Strompreisen beiträgt - und dass daraus die notwendigen und überfälligen Konsequenzen gezogen werden. Die zeitgemäße Antwort sind jetzt Investitionen in eine dezentrale Energiewende mit einer verstärkten Wertschöpfung vor Ort ”

    Forderung nach grundlegender Neubewertung
    Das Aktionsbündnis Trassengegner fordert die Regierung von Mittelfranken auf, die Juraleitung und den Katzwangtunnel nicht zu genehmigen. Diese Planung ist weder wirtschaftlich vertretbar noch verantwortbar gegenüber Mensch, Natur und zukünftigen Generationen. Der Widerstand wird fortgeführt.

    Bei Rückfragen können Sie sich gerne an mich wenden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dörte Hamann

    Sprecherin Aktionsbündnis Trassengegner
    Für eine dezentrale Energiewende ohne überdimensionierten Netzausbau!

    Tel. 01573 2618073

    Mail: pressestelle@stromautobahn.de
    Webseite: https://www.stromautobahn.de/
    Facebook: Aktionsbündnis Trassengegner

    Auch wenn uns die Übertragungsnetzbetreiber und die Profiteure der fossil-atomaren Energieversorgung nicht so gern mögen, weil wir ihr Geschäftsmodell nachhaltig stören und uns seit Jahren für die dezentrale Energiewende einsetzen - es gibt Orte, an denen unsere Arbeit geschätzt wird, und das ist einfach mal ein Grund zur Freude.

    Bei der Bürgerehrung der Stadt Altdorf wurde unsere Arbeit mit einer sehr schönen Laudatio als wichtiges Element aktiver politischer Teilhabe gewürdigt. Das Foto zeigt Altdorfs ersten Bürgermeister Martin Tabor mit der Geehrten für das Aktionsbündnis Dörte Hamann.
    (Foto: GÜNTER DISTLER)

    In Anbetracht der Tatsache, dass sich sehr viele um den Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Energiewende kümmern, aber nur sehr wenige die Übertragungsnetzbetreiber in ihre Schranken verweisen, die mit ihren Netzausbauplänen die Energiewende konterkarieren, sind Anerkennungen dieser Art besonders wichtig.

    Das Aktionsbündnis Trassengegner sagt Dankeschön.

    Aktionsbündnis Trassengegner fordert Bundesnetzagentur dazu auf, Bauarbeiten sofort zu stoppen.

    Am Südlink zeichnet sich ein handfester Umweltskandal ab: Grundstückseigentümer, die vom Bau des Südlinks betroffen sind, sollen nachträglich massiven Änderungen am Projekt zustimmen. Diese Vorgänge spielen sich weitgehend im Verborgenen ab. Die Öffentlichkeit wird bewusst ausgeschlossen, während Betroffene unter erheblichem Zeitdruck zur Stellungnahme aufgefordert werden. Schweigen gilt dabei als Zustimmung. Die Bürgerinitiativen im Aktionsbündnis Trassengegner fordern die für das Verfahren
    verantwortliche Bundesnetzagentur deshalb dazu auf, dieses Vorgehen zu unterbinden. “Wer tiefgreifende Änderungen beantragt, kann sich nicht gleichzeitig auf die Bestandskraft des ursprünglichen Planfeststellungsbeschlusses berufen. Genau das versucht TransnetBW – rechtswidrig und zulasten der Umwelt”, so Sprecherin Dörte Hamann.

    Brisant ist: Die nachträglichen Änderungen stellen gravierende Eingriffe dar und führen dazu, dass deutlich mehr Boden zerstört wird, als im Planfeststellungsverfahren genehmigt wurde. Anstatt diese wesentlichen Abweichungen öffentlich zu machen und erneut prüfen zu lassen, umgehen die Planer gezielt eine öffentliche Debatte sowie die Kontrolle durch Umweltverbände. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) stellt augenscheinlich erst jetzt in der Ausführung fest, dass die Planungen zum Südlink unzureichend waren.

    Dies ist bereits der zweite Planänderungsantrag zum Südlink-Projekt der Firma TransnetBW. Damit werden zentrale Grundsätze des Planfeststellungsrechts unterlaufen. Die beantragten Änderungen sind keineswegs marginal: Über 15 Kilometer veränderter Kabellagen, deutlich breitere Trassen, tiefere Verlegung, massiv ausgeweitete HDD-Bohrungen. Das erhöht die Risiken von Bodenkontamination, Grundwassergefährdung und Flächenschäden erheblich. Die betroffenen Flächen verdoppeln sich teils mindestens – mit gravierenden Folgen für Landwirtschaft, Eigentum und Umwelt. Trotzdem will TransnetBW weiterbauen, als
    handele es sich um eine bloße technische Feinjustierung.

    “Wir werten diese nachträglichen Änderungen als Eingeständnis der Übertragungsnetzbetreiber, dass viele Baumaßnahmen im Genehmigungsverfahren nicht ausreichend geprüft worden sind. Jetzt muss die Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde nachsteuern”, kritisiert Hildegard Beyfuß von der Bürgerinitiative A7 Stromtrasse NEIN e.V. “Die Bundesnetzagentur steht in der Pflicht, Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet sind, dass der Umweltschutz nicht länger den profitorientierten Interessen eines Großkonzerns
    geopfert wird. Letztlich wird mit der vorliegenden massiven Änderung der Pläne der Planfeststellungsbeschluss für den Südlink zurückgenommen. Die Bauarbeiten am Südlink müssen unverzüglich eingestellt werden."

    Trinkwasser und Umwelt durch Südlink-Bohrungen gefährdet - Strafanzeige gegen TransnetBW

    Dass die Bauarbeiten entlang des Südlink zu gravierenden Umweltschäden führen, hat das Aktionsbündnis Trassengegner bereits Ende vergangenen Jahres scharf kritisiert und bei der Pressekonferenz zur Klage gegen den Südlink am 26.11.2025 mit Bildern zu den Vorfällen belegt.

    Zudem hat Rechtsanwalt Wolfgang Baumann von der überparteilichen Wählergemeinschaft „Zukunft für Würzburg“ (ZfW) im Dezember Strafanzeige gegen Verantwortliche der TransnetBW GmbH erstattet. Anlass sind mehrere massive Umweltvorfälle bei HDD-Bohrarbeiten für die Stromtrasse Südlink in Altertheim (Landkreis Würzburg). Das Vorgehen von TransnetBW erfüllt den Straftatbestand der Boden- und Gewässerverunreinigung gemäß § 324a StGB. Bei den Bohrungen kam es zu mehreren sogenannten Ausbläsern, bei denen erhebliche Mengen Bentonit-Bohrflüssigkeit mit chemischen Additiven unkontrolliert an die Oberfläche gedrückt wurden. Die Bohrflüssigkeit versickerte im Bereich des künftigen Trinkwassereinzugsgebiets „Zeller Quellen“, also unmittelbar an der sensiblen Grenze der Würzburger Trinkwasserversorgung. Neben dem von TransnetBW
    bestätigten Vorfall wurden weitere, zunächst völlig ungesicherte Ausbläser festgestellt.

    „TransnetBW hat hier sehenden Auges ein hohes Umweltrisiko in Kauf genommen“, erklärt Wolfgang Baumann. „Trotz zahlreicher bekannter Ausbläser entlang der Südlink-Trasse wird weiterhin ein offensichtlich ungeeignetes Bohrkonzept angewendet - sogar im Umfeld eines Trinkwasserschutzgebiets. Das ist verantwortungslos.“ Die eingesetzte Bohrspülung ist keineswegs harmlos. Die Mischung aus Bentonit und Polymeren bildet im Ruhezustand eine gelartige Masse, die Kleintiere, Fische und Amphibien ersticken
    kann. Fachlich ist es zweifelsfrei so, dass solche Bohrspülungen nach Ausbläsern als entsorgungspflichtiger Abfall gelten. Dennoch plant der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW offenbar lediglich eine oberflächliche Beseitigung, statt die kontaminierten Böden vollständig auszukoffern und fachgerecht zu entsorgen.

    Besonders schwer wiegt, dass die Vorfälle nicht überraschend kommen. In Bayern und Baden-Württemberg ist es bei Südlink-Baumaßnahmen bereits an zahlreichen Stellen zu vergleichbaren Ausbläsern und Gewässerverunreinigungen gekommen, ohne dass TransnetBW daraus Konsequenzen gezogen hätte. „Wer trotz dieser Vorgeschichte weiterbohrt, ohne sein Sicherheitskonzept grundlegend zu ändern, nimmt Umweltschäden billigend in Kauf“, so Baumann. „Das ist kein Betriebsunfall, sondern das Ergebnis einer systematischen Missachtung von Umwelt- und Gewässerschutz.” Der Rechtsanwalt sieht darin mindestens grobe Fahrlässigkeit, möglicherweise sogar bedingten Vorsatz.

    Das Aktionsbündnis Trassengegner fordert deshalb eine lückenlose strafrechtliche Aufklärung, die sofortige Sanierung der betroffenen Flächen sowie ein Moratorium für weitere HDD-Bohrungen, da kein nachweislich sicheres Bohrkonzept vorliegt. Wir erwarten zudem von den zuständigen Behörden, ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen und weiteren Umweltstraftaten durch einen Baustopp am Südlink präventiv entgegenzuwirken.

    Ansprechpartnerin für Rückfragen:
    Dörte Hamann
    Sprecherin Aktionsbündnis Trassengegner
    Tel. 01573 2618073
    Mail: pressestelle@stromautobahn.de

    Pressemitteilung vom 21.11.2025

    Trassengegner-Bürgerinitiativen klagen gegen Planfeststellungsbeschluss für Südlink -
    Durch Klageeinreichung ist Planfeststellungsbeschluss nicht bestandsfähig

    Die Bürgerinitiative (BI) Bergrheinfeld e.V. klagt als anerkannte Umweltvereinigung gegen den Planfeststellungsbeschluss zur Stromtrasse SuedLink in Bayern. Die Klage erfolgt regionsübergreifend. Finanziert wird die Klage von einem Aktionsbündnis aus Bürgerinitiativen in Bayern, Hessen und Thüringen, die sich im Aktionsbündnis Trassengegner zusammengeschlossen haben. Die Kanzlei Baumann aus Würzburg hat im Auftrag des Aktionsbündnis Trassengegner über die Bürgerinitiative Bergrheinfeld e.V., einem öffentlich anerkannten Umweltklageverband (§ 4 Umweltrechtsbehelfsgesetz), Klage beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gegen den Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben SuedLink in Bayern eingereicht.

    “Wir sind der festen Überzeugung, dass der Planfeststellungsbeschluss für den Südlink aufgrund zahlreicher formeller Mängel nicht bestandsfähig ist. Deshalb fechten wir ihn auf juristischem Weg an. Gleichzeitig wollen wir die politisch Verantwortlichen dazu auffordern, zeitnah sicherere und nachhaltigere Lösungen für unsere Energieversorgung zu finden. Wir halten den Südlink und den geplanten Übertragungsnetzausbau insgesamt für eine katastrophale energiewirtschaftliche Sackgasse, unserer Umwelt wird damit massiver Schaden zugefügt", fasst Bündnissprecherin Dörte Hamann die Beweggründe der Bürgerinitiativen für die Klage zusammen.

    Zur Südlink-Klage findet eine Online-Pressekonferenz am Mittwoch, 26. November 2025 um 11 Uhr statt.
    Rechtsanwalt Dr. Eric Weiser-Saulin wird die Klagebegründung erläutern und für Fragen zur Verfügung stehen.
    Mitglieder der beteiligten Bürgerinitiativen stellen die Hintergründe für ihre Motivation, gegen den Südlink zu klagen, vor. Dazu werden von Hildegard Beyfuß (Bürgerinitiative A7 Stromtrasse NEIN e.V.) Bilder von den bereits entstandenen Schäden an Erdkabel-Baustellen vorgestellt.
    Moderation und Ansprechpartnerin für Rückfragen: Dörte Hamann (Aktionsbündnis Trassengegner)

    Zoom-Link: https://us02web.zoom.us/j/6854674503?p…XBFbWhic3pDdz09

    Warum wir gegen den Südlink klagen

    Übertragungsnetzausbau ist überdimensioniert
    Die im Aktionsbündnis Trassengegner organisierten Bürgerinitiativen kritisieren seit Jahren die angebliche Notwendigkeit überdimensionierten und überteuerten Übertragungsnetzausbaus. Der Netzentwicklungsplan der Bundesnetzagentur, auf dem die gigantischen Pläne beruhen, geht nachweislich von falschen Annahmen aus: Das Stromnetz soll so weit ausgebaut werden, dass auch noch die letzte Kilowattstunde aufgenommen werden kann. Dies ist vom Energiewirtschaftsgesetz nicht verlangt und auch nicht erlaubt.

    “Eine ergebnisoffene und transparente Diskussion um den Bedarf des Südlink wurde nie geführt. Da auch nie Alternativen geprüft wurden und die Öffentlichkeitsbeteiligung in vielerlei Hinsicht unsachgemäß und damit auch höchst undemokratisch verlaufen ist, halten wir es für zwingend notwendig, ein Zeichen gegen den massiven Ausbau des Übertragungsnetzes zu setzen!” begründet Norbert Kolb, Vorsitzender der BI Bergrheinfeld e.V., die Klage. Es gibt keine neutrale Stelle, die den Bedarf für dieses Projekt überprüft hat. “Insgesamt muss festgestellt werden, dass Gleichstromleitungen wie der Südlink die gesetzlichen Anforderungen an eine sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Energieversorgung nicht erfüllen”, so Kolb.

    Gravierende Umweltschäden
    Die Schäden, die durch den Bau des Südlink entstehen, sind massiv, wie laufende Bauarbeiten in Baden-Württemberg zeigen. “Diese Arbeiten werden an vielen Stellen völlig rücksichtslos durchgezogen, es ist entlang vorhandener Baustellen ein Bild der Verwüstung”, kritisiert Hildegard Beyfuß von der Bürgerinitiative A7 Stromtrasse NEIN e.V. die Übertragungsnetzbetreiber. “Dieses unprofessionelle Vorgehen beim Bau von Erdkabel-Trassen muss so schnell wie möglich gestoppt werden!”.
    Folgende Schäden sind bereits jetzt zu beobachten:

    • Die Bodenstruktur wird mutwillig zerstört und die Böden verunreinigt.
    • Gefahr durch Ausbläser bei HDD-Bohrungen. Bei den Spülbohrungen wird Bentonit verwendet. Bohrflüssigkeits-Rückstände treten aus den Bohrlöchern und laufen talwärts in die Bäche. Die Rückstände ergießen sich auch in Schutzgebiete. Das Grundwasser wird verseucht.
    • Die Schäden, die für Natur und Umwelt und für die Landwirtschaft entstehen, sind nicht abschätzbar. FFH- und Naturschutzgebiete werden nicht ausreichend geschützt.
    • Bodenschutz, Gewässerschutz, Artenschutz sind nicht gewährleistet. Die Auswirkungen der Zerstörung sind gravierend. Es handelt sich hier um Umweltstraftaten. Doch die zuständigen Behörden reagieren nicht.

    Kosten für Gleichstromtrassen (HGÜ) wie Südlink laufen aus dem Ruder
    Aktuell soll der Ausbau der deutschen Stromverteilnetze (Stadtwerke) und der Stromübertragungsnetze (durch Übertragungsnetzbetreiber wie Tennet und TransnetBW) 500 Milliarden Euro kosten. Heiko Ißleib von der Bürgerinitiative Thüringen gegen Südlink weist darauf hin, dass Tennet seit Jahren von 10 Milliarden Euro für den Bau des Südlink ausgeht. „Die tatsächlichen Kosten dürften aber um ein Vielfaches höher liegen“, befürchtet Ißleib, „denn allein Projektierer TransnetBW spricht inzwischen von mindestens 8 Milliarden Euro nur für den südlichen Abschnitt des Südlink, der durch Bayern und Baden-Württemberg führt. Die Kosten explodieren. Der Strompreis steigt und die Staatskassen werden immer leerer. Letztlich werden die privaten Haushalte und die Unternehmen über ihren Strompreis bezahlen, denn für eine Entlastung von der Stromsteuer, wie im Koalitionsvertrag festgelegt, ist kein Geld mehr in der Staatskasse. Das schadet dem Wirtschaftsstandort und ist auch aus sozialen Gründen zurückzuweisen. Die Bürgerinnen und Bürger sind nicht bereit, das zu bezahlen!”

    Zeitnahe Realisierung des Südlink ist realitätsfern
    Dabei könnte die Politik jetzt noch zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger und der Wirtschaft eingreifen. Ein großer Teil der geplanten Leitungen ist bisher noch nicht im Bau. Es geht um einen zweistelligen Milliardenbetrag, der bei einer Verhinderung des Südlink eingespart werden kann. „Eine HGÜ-Leitung ist erst dann funktionsfähig, wenn sie von Nord nach Süd durchgängig gebaut ist“, so Matthias Grabing von der Bürgerinitiative Werra-Meißner gegen Südlink. „Eine Inbetriebnahme 2028 ist utopisch. Dass die Übertragungsnetzbetreiber suggerieren, alles sei in trockenen Tüchern und der Bau des Südlink würde ohne Probleme voranschreiten, ist unglaubwürdig.”

    Auch Grundstückseigentümer wehren sich gegen Enteignung
    Für den Bauabschnitt durch Bayern liegt zwar ein Planfeststellungsbeschluss vor, aber es gibt auf dieser Strecke auch Sperrgrundstücke, für die bisher keine Grunddienstbarkeit eingetragen wurde und für die Betretungsverbot besteht. Viele Grundstückseigentümer wehren sich dagegen, für den Bau des Südlink enteignet zu werden.

    Südlink schadet Klimaschutz und Versorgungssicherheit
    “Wie angreifbar die kritische Strominfrastruktur ist, haben wir in Deutschland längst erleben müssen. Die Bundesregierung verschläft den Umbau zu einem krisensicheren System. Stattdessen setzt sie auf offen liegende Strom-Pulsadern wie den Südlink. Der Netzausbau muss neu geplant werden!”, so die übereinstimmende Forderung der Bürgerinitiativen im Aktionsbündnis Trassengegner.

    Das Aktionsbündnis Trassengegner ist seit Anfang 2014 aktiv. Bei der Verhinderung des Südlink und weiterer Übertragungstrassen ging es den Bürgerinitiativen von Beginn an auch immer darum, die Energiewende voranzubringen. Dafür ist es zwingend notwendig, den Alternativen zum überdimensionierten Übertragungsnetzausbau Raum zu schaffen. „Wir müssen weg von einem zentralistischen System hin zu einem dezentralen System mit netzdienlichen Speichern, nur so kann die Energiewende gelingen", fordert Bündnissprecherin Dörte Hamann. Es sei leider erkennbar, dass die Bundesregierung mit ihren Entscheidungen dazu beiträgt, veraltete Netzausbaupläne trotz leerer Staatskassen durchzuwinken. Das sei insofern nicht erstaunlich, da ein zentralistisches System mit großen Übertragungstrassen vor allem dem fossil-atomaren Stromhandel Nutzen bringt.
    “Ganz offensichtlich hat sich die Bundesregierung unter Merz bewusst von überlebensnotwendigen Klimaschutzzielen verabschiedet und verschwendet jetzt unser Geld für die Rolle rückwärts. Sogar die Nutzung von Atomkraft soll wieder eine Option sein. Das ist inakzeptabel”, kritisiert Hamann. “Das derzeit geplante Stromnetz dient nachweislich der Verstärkung des internationalen Stromhandels, der zu wesentlichen Anteilen aus fossil-atomaren Stromquellen gespeist wird. Dass die Übertragungsnetzbetreiber und Investoren beim Bau des Südlink von einem Energiewendeprojekt sprechen ist deshalb unanständiges Greenwashing.”

    Ansprechpartnerin für Rückfragen:

    Dörte Hamann

    Sprecherin Aktionsbündnis Trassengegner
    Für eine dezentrale Energiewende ohne überdimensionierten Netzausbau!

    Tel.: 01573 2618073
    Mail: pressestelle@stromautobahn.de

    Am Donnerstag, 23.10.25, musste die Firma Tennet dem Altdorfer Stadtrat zum Thema Planfeststellungsverfahren für Juraleitung und Umspannwerk Rede und Antwort stehen. In den vollbesetzten Reihen der Zuhörenden wurden überwiegend Warnwesten getragen - ein Zeichen dafür, wie sehr das Thema die Menschen vor Ort bewegt. Tennet wurde von den Stadträten ins Kreuzverhör genommen. Die Verantwortliche für Projektkommunikation, Helen-Janet Bernardi, tat sich erkennbar schwer damit, die Planungen für die Juraleitung “bürgerfreundlich” zu vermitteln. Kühl und nicht ohne Arroganz stellte sie fest: “Ludersheim ist vom Bundesbedarfsplangesetz als Netzverknüpfungspunkt nominiert. Wir müssen da zwingend hin!". Auf alternative Lösungen für umweltverträglichere oder menschenfreundilchere Varianten wollte oder konnte das Tennet-Team nicht eingehen, mehrfach wurde lediglich darauf verwiesen, andere Ideen könne man ja im Planfeststellungsverfahren einbringen. Einige Antworten des Übertragungsnetzbetreibers sorgten für Unruhe und Gelächter. Grund dafür war, dass die Verantwortliche für Bürgerkommunikation Bernardi versuchte, mit Unwahrheiten zu beschwichtigen. So behauptete Bernardi, es handele sich bei empfohlenenen Abstand von 400 Metern für Stromtrassen nur um Regelungen zum Sichtschutz, damit solle eine zu große “visuelle Beeinträchtigung” vermieden werden. Was schlicht falsch ist. Besorgniserregend ist, dass diese Falschbehauptung der Tennet-Vertreterin unrecherchiert und unkommentiert von der Tageszeitung “Der Bote” übernommen wurde.

    Fakt ist: Es gibt kein Gesetz in Bayern, das einen 400-Meter-Mindestabstand zu Stromtrassen vorschreibt. Es existieren aber Empfehlungen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) für einen Abstand von über 400 Metern. Die Gründe für größere Abstände hängen von der Feldstärke und der Strommenge ab, da diese elektrische und magnetische Felder erzeugen, die Nerven und Muskeln reizen und auf Dauer für gesundheitliche Beeinträchtigungen sorgen können.

    Der BUND Naturschutz beispielsweise empfiehlt vorsorglich 600 Meter Abstand zur Wohnbebauung - wovon Ludersheim nur träumen kann, hier rückt die Juraleitung auf rund 100 Meter an die Wohnbebauung, eine Verbindungsleitung vom alten zum neuen Umspannwerk auf 40 Meter heran.

    Die Stadtratsmitglieder blieben während der Ausführungen insgesamt skeptisch und zeigten sich entsetzt über die Pläne. Zustimmung erhielt die Juraleitung von niemandem im Raum.

    Da das sogenannte “Bürgerbüro Energiewende” aufgegeben wird, versuchte Bernardi am Ende ihres Auftrittes, das Vorgehen der Firma Tennet bei der Bürgerkommunikation zu rechtfertigen. Von Stadträtin Anni Blüml wie auch von Bürgermeister Martin Tabor war kritisiert worden, dass zu keiner Zeit eine offene und für alle zugängliche Informationsveranstaltung stattgefunden hatte. Die Juraleitung steht seit 2015 im Bundesbesbedarfsplangesetz. Es fanden zu keiner Zeit, weder vor dieser Entscheidung noch zu Beginn der Planungen, mit der Öffentlichkeit ergebnisoffene Gespräche zum Thema Bedarf und Begründung für den Bau einer neuen Stromtrasse statt, kostengünstigere und natur- und menschenfreundlichere Alternativen wurden nie in Erwägung gezogen oder gar geprüft.

    Stadtrat Dieter Pletz stellte bezüglich der Umweltfragen fest, dass Übertragungsnetzbetreiber Tennet und die von ihr Beauftragten Firmen wohl kaum alle Belange in zufriedenstellendem Maß in die Planung aufgenommen haben können. Denn: "Ihr habt euch gerade mal im Winter zwei Tage lang umgesehen, da sieht man natürlich nicht viel." So jedenfalls stehe es laut Pletz auch in den offiziellen Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren. Dagegen wurde seitens Tennet gegenüber den Altdorfer Stadträten behauptet, es seien über zwei Jahre lang detaillierte Begehungen gemacht worden. Auch der jetzt von Rodungen bedrohte Flatterulmenwald und das große Amphibien-Vorkommen seien angeblich vollumfänglich beachtet worden. Was dennoch dazu geführt hat, dass auf diese in den Planungen erkennbar keine Rücksicht genommen wird.

    Jakob Escher von der Firma Fichtner, der sich zur Genehmigungsplanung für die Juraleitung äußerte, sorgte mit der Tatsache für Entsetzen, dass die Firma Tennet offensichtlich jahrelang mit Schwerlasttransportern quer durch die engen Straßen der Ludersheimer Wohngebiete fahren will. Stadträtin Anni Blüml stellte fest: "Also uns sind die Wege ziemlich gut bekannt. Drum fragen wir uns, wie Sie zu den Baustellen kommen wollen." Man könne gerne Alternativvorschläge einreichen, so die kurze und wenig geschickte Antwort von Projektkommunikatorin Bernardi. Aber man müsse da “irgendwie” hin.

    Bürgermeister Martin Tabor stellte abschließend fest: "Wir kämpfen für unsere Belange auf Augenhöhe. Da muss ich leider sagen, Frau Bernardi, diese Augenhöhe haben wir vermisst. Es wird dann im Verfahren oder vor Gericht entschieden. Akzeptanzkommunikation ist ja Ihr Geschäftsmodell - aber für uns hat es sich nicht gut angefühlt."

    Dörte Hamann

    Sprecherin Aktionsbündnis Trassengegner
    Für eine dezentrale Energiewende ohne überdimensionierten Netzausbau!

    Der Bund Naturschutz (BN) wendet sich gegen den Bau der Juraleitung und stellt Listen für Sammeleinwendungen zur Verfügung.
    Wer keine individuelle Stellungnahme verfassen will, kann hier unterschreiben und auch weitere Unterschriften sammeln.

        Download der Sammelliste siehe Ende dieser Seite.

    Der BUND Naturschutz lehnt den Ersatzneubau der Juraleitung ab. Der Ausbau der Höchstspannungsnetze ist überdimensioniert und nicht auf erneuerbare Energien ausgelegt. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens mache ich folgende Einwendungen geltend:

    Waldverlust: Der Bannwald und das Vogelschutzgebiet sind von vielen Eingriffen bedroht. 15 Hektar fielen für das Autobahnkreuz Nürnberg -Ost., Sandabbau droht mit 39 ha, Straßenbau frisst nach aktuellen Planungen ca. 6 ha, vor wenigen Jahren ca. 5 ha in Feucht. Parallel wird der Ausbau BAB 9 geplant mit ca 6 ha Dauer-Waldverlust. Im vorliegenden Verfahren sind nun 20,7 ha dauerhaft und 6,3 ha temporärer Waldverlust (davon 11,86 ha Bannwald) vorgesehen. Ich fordere einen starken Bannwaldschutz nach dem Waldgesetz ohne weitere Rodungen und auf der gesamten Strecke Waldüberspannung. Im FFH Gebiet muss die Summation beachtet werden.

    Artenschutz: Die Zerschneidungswirkung durch die neue Stromtrasse ist vor allem auf der Dörlbacher Au wirksam. Die alte Trasse bleibt bestehen, die neue kommt dazu. Beim Aufstieg auf die Au durchschneidet sie auch erneut das FFH Gebiet Schwarzachschluchten direkt an der Grenze Wald-Offenland. Das Umspannwerk in Ludersheim trifft mit der Bauphase praktisch alle Lebensräume einer der größten Amphibienpopulationen im Landkreis (2500 Tiere). Ein überregional bedeutsamer, ca. 80 Jahre alter Flatterulmenbestand (Rote Liste Art) ist ebenfalls durch das Umspannwerk und die neuen Zuleitungen von Rodung und Trockenlegung bedroht. Die Arten wurden nicht korrekt erfasst. Ich stelle mich gegen die Zerstörung der Lebensräume, wie es die Biodiversitätsrichtlinie vorgibt.

    Klimaschutz: Durch den Waldverlust von 20,7 ha geht klimawirksame Fläche verloren. Die Wiederaufforstung gelingt nur mühsam, der erhöhte Flächenbedarf (mit Zeitfaktor, 80 Jahre lang kein Wald) zum Ausgleich fehlt. Ich fordere den Schutz des Waldes aus Klimaschutzgründen und nach dem Klimaschutzgesetz. Fehlende Variantenprüfung USW: Es wurden zwar 3 Varianten geprüft. Allerdings fehlt die Variante, bei der das vorhandene Umspannwerk durch mit klimaschonendem Gas gekapselte Trafo Technologie platzsparend genutzt werden kann. Ich fordere die Variantenprüfung für den Umbau der bestehenden USW und auf den möglichen Verzicht des 2. USW, um Waldverlust zu minimieren.

    Flächenverlust: Die Eingriffe umfassen 114 ha, davon sind 105 ha unversiegelte Flächen (Kompensationsberechnungen). Auf dieser Flächengröße wird gebaggert, Boden umgeschichtet, mit Beton gefüllt und vorhandene Strukturen geschädigt. Zufahrtswege werden dauerhaft ausgebaut und Kurvenradien durch Rodung vergrößert. Baumaterial muss aus Sandgruben/Kiesgruben entnommen werden und verursacht weitere Flächenverluste. Ich lehne die Trasse aufgrund des immens hohen flächenhaften Eingriffs in die Natur und Eingriffe in den Boden ab.

    Ausgleichsmaßnahmen: In der vorliegenden Planung fehlt ein flächengleicher Ausgleich. Es wird zu wenig Bannwaldersatz neu geschaffen. Der Aufwuchs unter der Trasse ist höhenbegrenzt und bleibt immer nur Wald junger Ausprägung/Niederwald. Ich lehne die Planung aufgrund mangelnder Ausgleichsmaßnahmen ab.

    Auswirkungen auf Menschen: Die Trasse verläuft nicht überall im 400 m Abstand zur Besiedelung. Die Lärmbelastung nimmt aufgrund der Rodung entlang der Autobahn zu. Eine Erhöhung um 3dB stellt eine doppelte Belastung dar.

    Ich lehne die Planung aufgrund schädlicher Einwirkungen auf die Menschen ab.

    “Etz schäbbad’s!”

    Einladung zur Demo vor dem Tennet-Büro in Altdorf

    Wo: Obere Brauhausstraße, vor dem Eingang des Tennet-Büros
    Wann: Mittwoch, 1. Oktober ab 17.30 Uhr

    Mit Traktoren und Lärm wird lautstark in der Mitte von Altdorf protestiert. Für mehr Sichtbarkeit werden Rauchfackeln entzündet.

    Die Firma Tennet verweigert für den Trassenabschnitt bei Ludersheim und Altdorf und zum Thema Bau des neuen Umspannwerkes weiterhin die Veranstaltung von öffentlich zugänglichen Info-Märkten. Und das, obwohl vor allem diese Region besonders hart von Waldrodungen und Zerstörungen betroffen wäre, wenn die Pläne nicht gestoppt werden. Seitens des Übertragungsnetzbetreibers werden lediglich persönliche Gespräche für Einzelpersonen im kleinen Rahmen angeboten, die in der Zeit vom 29.09 bis 02.10.25 im Tennet-Büro in Altdorf stattfinden. Dafür muss man sich unter Herausgabe von Namen, Telefonnummer und Mailadresse anmelden. Man soll zudem im Vorfeld bestimmte Fragen angeben, die man stellen möchte. An anderen Orten entlang der Juraleitung fanden dagegen Infomärkte statt, die auch den Austausch von Betroffenen untereinander ermöglichen. Aussagen des Übertragungsnetzbetreibers, die leider mitunter widersprüchlich sind, konnten so besser überprüft werden. Gegen diese Ungleichbehandlung und Verweigerung von Tennet protestieren wir! Wir fordern Transparenz und offene Veranstaltungen!

    Das Aktionsbündnis Trassengegner lehnt die Juraleitung als überflüssiges, überdimensioniertes Bauwerk ab und fordert eine Überprüfung der veralteten Pläne für den Ersatzneubau. Die energiepolitische Realität hat sich seit Planungsbeginn fundamental verändert. Unter anderem sind auch die disruptiven Fortschritte bei Speichertechniken ein Grund dafür, dass für die Wegleitung von Strom aus der Region mit der derzeit geplanten, hohen Transportleistung kein ausreichender Bedarf besteht.

    Das Aktionsbündnis Trassengegner lädt in Zusammenarbeit mit der Stadt Altdorf am Montag, den 29. September 2025 um 19 Uhr zu einem Infoabend zum Thema Stromnetzausbau und Energieversorgung ein.

    Strom wird immer teurer. Mit Dr. Axel Berg sprechen wir über Problemstellungen und über Lösungen, wie die Energieversorgung kostengünstig, sicher und sauber gestaltet werden kann - durch ein europaweites Stromnetz oder durch dezentraler organisierte Strukturen? Dr. Berg ist Vorsitzender des Vorstands der deutschen Sektion von Eurosolar, einer gemeinnützigen europäischen Vereinigung für erneuerbare Energien.

    Bürgermeister Martin Tabor wird zu den aktuellen Entwicklungen an der geplanten Juraleitung berichten.

    In einer anschließenden Gesprächsrunde können den Referenten Fragen gestellt werden.

    Wann: Montag, 29. September 2025 um 19 Uhr
    Wo: Kulturtreff am Baudergraben, Altdorf bei Nürnberg

    Das neue große Banner am Waldrand in Ludershein nahe der Autobahn ist aufgehängt. Jetzt muss es natürlich auch eingeweiht werden. Das soll im Rahmen einer Aktion am Sonntag den 14. September um 17:00 Uhr geschehen, zu der wir herzlich einladen (siehe nachstehende und auch beigefügte Anlage).

    Vorgesehen ist, dass sich 15 bis 20 Personen mit Fahnen, Plakaten oder Trassenkreuzen unter das Banner stellen. Auf beiden Seiten werden für ca. zwei Minuten rote und gelbe Rauchtöpfe gezündet, so dass sich eine gute Szenerie für die richtigen Bilder und eine Pressemeldung ergibt. Dazu kommen zwei oder drei kurze Ansprachen.

    Die Einmalanzüge und Rauchtöpfe werden mitgebracht.

    Wegen dem kurzzeiteigen Rauch, aber auch wegen der Wirkung auf den Bildern, ist es gut, wenn man eine Maske mitbringt.

    Zum Ort: Die Stelle, an der das Banner hängt, ist mit einem Auto nicht erreichbar. Deshalb gibt es unten angehängt eine Wegfeskizze, die meisten werden den Ort aber kennen.

    Man kann das Fahrzeug am Ende der Straße Ludersheimer Au beim Reiterhof abstellen und am Waldrand entlang die 850 Meter zur Bannerstelle spazieren gehen. Wer schon im Ort, z. b. am alten Feuerwehrhaus (Ludersheimer Str. Nr. 4), wo die Ludersheimer Au beginnt, parken möchte, hätte dann einen Fußweg von ca. 1.600 Meter vor sich. Für diejenigen, die nicht laufen möchten, oder nicht gut zu Fuß sind, gibt es einen Shuttleservice, der jeweils am alten Feuerwhrhaus startet. Die letzte Abfahrt wäre gegen 16:45 Uhr. Für Geodaten-Freaks hängt das Banner an der Position 49°23'01.4"N 11°20'05.7"E.

    Das wird eine gute Aktion, mit der wir auf die kommenden Entwicklungen an der Juraleitung hinweisen wollen. Deshalb ist dabeisein wichtig. Bringt bitte auch Freunde und Bekannte mit.

    Pressemitteilung vom 27.07.2025 Übertragungsnetzbetreiber offenbaren massiv steigende Kosten – Ministerpräsident Söder stiehlt sich durch die Hintertür davon

    Der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW hatte zum Spatenstich für den Baubeginn des SuedLink in Bayern eingeladen. Ministerpräsident Markus Söder, Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche und Forschungsministerin Dorothea Bär waren neben zahlreichen Vertreter*innen aus der Bundes- und Landespolitik erschienen und feierten am 25.07.2025 in der Wilhelm-Hegler-Halle in Oerlenbach den Spatenstich für ein Projekt, das eigentlich schon 2022 hätte fertig gestellt sein sollen. Es ist nicht glaubwürdig, dass dieses Projekt bis 2028 in Betrieb gehen wird.

    Die Planer und die Politik feierten den Baubeginn für eine Trasse, die eigentlich veraltet, schon jetzt die geplanten Kosten gesprengt hat. Die Kosten haben sich jetzt schon seit Planungsbeginn mindestens verdoppelt, weitere Steigerungen sind absehbar. Denn Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW hat nun zugegeben, dass allein für den südlichen Teil des Südlink Investitionskosten in Höhe von acht Milliarden Euro anfallen. Übertragungsnetzbetreiber Tennet dagegen scheint an der Behauptung festhalten zu wollen, die Kosten würden sich insgesamt auf lediglich 10 Milliarden Euro belaufen, was unrealistisch und unglaubwürdig ist. Wir alle wundern uns nicht, dass die Bundesregierung ihr Versprechen bereits gebrochen hat: Das Ziel war, die Strompreise für alle Stromkunden zu senken. Hier musste die Bundesregierung bereits zugeben, dass sie dieses Ziel nicht einhalten kann. Die Energiearmut wächst, aber günstiger wird der Strom nur für die Industrie. Nicht für diejenigen, die es bitter nötig hätten.

    Wie diese Leitung vor effektiven Sabotageakten gesichert werden soll, bleibt offen. An den Vorkommnissen in der Ostsee ist erkennbar, dass Angriffe auf die kritische Infrastruktur längst stattfinden und leider auch mit Erfolg durchgeführt werden.

    In der Presse ist seit Jahren die Rede vom Windstrom aus dem Norden, der in den Süden nach Bayern transportiert werden müsste. Hat der Norden wirklich so viel überschüssigen Strom? Die Kohlekraftwerke werden abgeschaltet und der Offshore-Ausbau der Windkraft stagniert. Die Offshore-Windkraft-Euphorie ist verpufft, Investoren ziehen sich zurück.

    Wir sind überzeugt, dass die bereits vorhandenen Übertragungsnetze ausreichend sind.

    Die Bürgerinitiativen Wasserlosen und Bergrheinfeld, die auch dem Aktionsbündnis Trassengegner angehören, hatten deshalb beim symbolischen Spatenstich für den Südlink zum Protest aufgerufen. Die Kritik an diesem überdimensionierten Netzausbau und die Forderung für eine Energiewende mit einem dezentraleren System haben wir lautstark und deutlich geäußert. Unsere Forderungen nach einer Überprüfung alter Trassenprojekte halten wir für realistisch und dringend notwendig. Bundesnetzagentur und Politik sind hier gefordert und können sich nicht länger taub stellen.

    Die Politik ist anscheinend nicht bereit, sich den Argumenten ihrer Bürgerinnen und Bürger zu stellen. Denn am Ende der Veranstaltung verließen Ministerpräsident Söder, Bundeswirtschaftsministerin Reiche und Forschungsministerin Bär in ihren Limousinen das Gelände über eine abgelegene Ausfahrt. Sie hatten nicht den Mut, direkt an den Demonstrierenden vorbei zu fahren oder mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Bürgernähe ist das nicht. Wir hätten sie gerne gefragt, wann die Strompreise für alle Bürgerinnen und Bürger günstiger werden, nicht nur für ein paar wenige Nutznießer der Industrie.

    Welch eine Blamage für die hohe Politik. Ein Ministerpräsident der sich vor seinen Bürgerinnen und Bürgern davonstiehlt. So gewinnen unsere Politiker kein Vertrauen und keine Akzeptanz.

    VORSTANDSCHAFT

    Keine Info. Nirgends.

    Trassengegner besuchten das "JULIZ" („Juraleitungs-Informationszentrum“). Gehaltvolle Infos sucht man dort vergebens.

    Transparenz und Bürgerinformation sind keine Kernkompetenz von Übertragungsnetzbetreiber Tennet. Trotzdem hat sich die Firma ein schickes Info-Zentrum zur Juraleitung vom Geld der Stromkunden gegönnt. Nennenswerte Infos sollte man dort nicht erwarten. Die Ausstellung besteht aus ein paar Stellwänden mit Texten, die man bequemer im Internet nachlesen kann. Auf dem Boden stehen an vielen Stellen Bohrkerne von den Bodenuntersuchungen entlang der geplanten Trasse - für wissenschaftliche Erkenntnisse braucht man diese offensichtlich nicht.

    Schon die Einweihung des Info-Zentrums mit viel Tamtam und Polit-Prominenz fiel sehr holprig aus, denn der verantwortliche Bürgerreferent Ino Kohlmann veralberte zwei zur Eröffnung geladene Bundestagsabgeordnete und packte sie kurzerhand ohne ihr Wissen in einen Tennet-Werbefilm. Der Film musste deshalb offline genommen werden (bei der Klärung des Sachverhalts half das Aktionsbündnis gerne mit, siehe hier: https://www.stromautobahn.de/juraleitungs-w…sabgeordneten/)

    Nun hatten wir uns gedacht, die ruhigen Sommermonate könnten wir sinnvoll nutzen, um ein wenig mit Tennet ins Gespräch zu kommen. Im Vorfeld wurde von uns angefragt, wann wir als Gruppe mal vorbeischauen können, und es wurden Fragen zugeschickt, die wir gerne beantwortet bekommen hätten. Vor allem der geplante Tunnel in Katzwang ist ja wirklich ein Prachtstück, zu dieser Technik hätten wir nur zu gerne vor Ort ein paar Erklärungen erhalten. Die offensichtlich überforderte Mitarbeiterin konnte leider keine der Fragen beantworten. Was man ihr persönlich nicht übelnehmen kann, denn sie ist nur für die Kommunikation vor Ort zuständig. Jemand mit Fachwissen konnte aber trotz ausreichendem zeitlichen Vorlauf bei Tennet nicht aufgetrieben werden.

    Fazit: Woran es weiterhin ganz übel hakt beim Übertragungsnetzbetreiber ist die Kommunikation auf allen Ebenen. Immerhin, die Gummibärchen von Tennet sind echt lecker.

    Das „Juraleitungs-Informationszentrum“ („JULIZ“) befindet sich in Nürnberg-Katzwang (Neuseser Straße 24). Ein Besuch von Trassengegnern kann trotz mangelnder Qualität nicht schaden. Anmelden muss man sich nicht, die Mitarbeitenden von Tennet bereiten sich eh nicht vor. Öffnungszeiten sind: Dienstag von 9 bis 13 Uhr und Donnerstag von 15 bis 19 Uhr.

    Ministerpräsident Söder und die Bundesministerinnen Katharine Reiche und Dorothea Bär kommen auf Einladung des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW am Freitag, den 25.07.2024 nach Oerlenbach für den Spatenstich zum Baubeginn von SuedLink in Bayern.

    Die Bürgerinitiativen Bergrheinfeld e.V. und A7 Stromtrasse NEIN e.V. Wasserlosen, planen hierzu eine Mahnwache vor der Wilhelm-Hegler-Halle in Oerlenbach am 25.07.2025, 11.00 Uhr.

    Kritik an überdimensioniertem Netzausbau

    Die Bürgerinitiativen kritisieren seit Jahren die Notwendigkeit dieses überdimensionierten und überteuerten Netzausbaus. Der Netzentwicklungsplan der Bundesnetzagentur, welcher dem gigantischen Netzausbau zugrunde liegt, geht nachweislich von falschen Annahmen aus. Der Stromverbrauch in Deutschland sinkt seit Jahren, anstatt - wie immer wieder prognostiziert - anzusteigen. Aktuell soll der Ausbau der deutschen Stromverteilnetze (Stadtwerke) und der Stromübertragungsnetze (Übertragungsnetzbetreiber wie bspw. TenneT) 500 Milliarden Euro (!) kosten. Das Netz soll so weit ausgebaut werden, dass auch noch die letzte Kilowattstunde aufgenommen werden kann.

    "Ist das wirklich notwendig – oder läuft hier etwas gewaltig aus dem Ruder?”

    Siehe hierzu auch den Beitrag „Im Netz verfangen“ von Dr. Werner Neumann, Sprecher des Arbeitskreises Energie im BUND Naturschutz, und Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher.

    Im Netz verfangen

    Der Strompreis steigt und die Staatskassen werden immer leerer. Letztlich werden die privaten Haushalte und die Unternehmen über ihren Strompreis bezahlen, denn für eine Entlastung von der Stromsteuer, wie im Koalitionsvertrag festgelegt, ist kein Geld mehr in der Staatskasse. Das schadet dem Wirtschaftsstandort und ist auch aus sozialen Gründen zurückzuweisen.

    Dabei könnte die Politik jetzt noch zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger und der Wirtschaft eingreifen. Ein großer Teil der geplanten Leitungen sind bisher weder genehmigt noch im Bau. Es geht um einen dreistelligen Milliardenbetrag, der eingespart werden kann.

    Eine HGÜ-Leitung ist erst dann funktionsfähig, wenn sie von Nord nach Süd durchgängig gebaut ist. Eine Inbetriebnahme 2028 halten nicht nur die Bürgerinitiativen für utopisch.

    Für den Bauabschnitt durch Bayern liegt zwar ein Planfeststellungsbeschluss vor, aber es gibt auf dieser Strecke auch Sperrgrundstücke für die bisher keine Grunddienstbarkeit eingetragen wurde und für die Betretungsverbot besteht. Vor dem Baubeginn ist zudem eine Ausführungsplanung erforderlich.

    HGÜ zu teuer

    Die ursprünglichen Kostenannahmen sind längst gesprengt, die Schäden, die durch den Bau entstehen, sind massiv, wie die bereits laufenden Bauarbeiten in Baden-Württemberg zeigen. Die Bauarbeiten werden teilweise rücksichtslos durchgezogen. Die Bodenstruktur wird mutwillig zerstört. Bei den Spülbohrungen wird Bentonit verwendet, das aus den Bohrlöchern in die Bäche läuft. Die Schäden, die für Natur und Umwelt und für die Landwirtschaft entstehen sind nicht abschätzbar.

    Alternativen gefordert

    Dabei geht es den Bürgerinitiativen nicht um die generelle Ablehnung von Stromnetzausbau. Gerade in den Stromverteilnetzen (Stadtwerke) ist umfangreicher Netzausbau nötig. Kritisiert wird ein völlig überzogener Netzausbau, abgeleitet aus regelmäßig falschen Annahmen der BNetzA und politisch durchgewunken. Wir müssen weg von einem zentralistischen System hin zu einem dezentralen System mit netzdienlichen Speichern.

    Siehe hierzu auch das Interview mit Klaus Mindrup auf ntv:

    Ein grosses Stromnetz für Erneuerbare? Das geht nicht!Nie

    Fazit:

    • SuedLink ist nicht bezahlbar und technisch nicht umsetzbar. Hier droht ein Milliardengrab!
    • Die Umsetzung der Energiewende als deutlich dezentraleres System, getragen von Bürgerenergiegenossenschaften und Stadtwerken, ist eine kostengünstige und umweltfreundlichere Alternative, die in die öffentliche politische Diskussion gehört. Bundesnetzagentur und die Politik stellen sich taub. Damit muss endlich Schluss sein.

    Deshalb fordern die Bürgerinitiativen eine Neuplanung des Netzausbaus!

    Mit freundlichen Grüßen

    Bürgerinitiative A7 Stromtrasse NEIN e.V.
    gez. Die Vorstandschaft

    Bürgerinitiative Bergrheinfeld e.V.
    gez. Die Vorstandschaft

    Raumwiderstand Winkelhaid


    Keine Freileitungen, keine Erdverkabelungen, kein Netzknoten

    Stellen wir uns vor, wir haben eine Schafherde und wollen mit den Tieren Milch, Käse und Wolle erzeugen.

    Sollten wir den Schutz dieser Herde einem Wolfsrudel überlassen?

    Stellen wir uns vor, wir wollen nach dem Atomausstieg die Energiewende schaffen, weg von fossilen Energieträgern, wie Kohle, Erdöl und Erdgas, weil diese bei der Verstromung klimaschädigendes Kohlendioxid freisetzen, hin zu regenerativer Energieerzeugung, aus Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft, oder Geothermie, um Beispiele zu nennen, weil dies zukunftsfähiger ist.

    Sollten wir die Lösung des Problems den Übertragungsnetzbetreibern überlassen?

    Die vier großen Übertragungsnetzbetreiber, Amprion, 50 Hertz, EnBw und Tennet beschäftigen ganze Legionen von Expert:Innen, Politiker:Innen, Journalist:Innen, Hellseher:Innen und Wahrsager:Innen, Pressesprecher:Innen, Bürgerbüros und Werbefachleute, um uns ihre Lösung schmackhaft zu machen.
    Deren Betriebszweck hingegen ist, Übertragungsleitungen sog. Stromautobahnen zu bauen, zu unterhalten und Gewinne durch den internationalen Stromhandel zu erzielen. Unser Verteilnetz, das unsere Häuser und Wohnungen mit den Energieerzeugern verbindet, wird dabei vernachlässigt.
    Wenn wir also so naiv sind zu erwarten, von den vier großen Übertragungsnetz-Konzernen zu unserem Vorteil und Nutzen beraten zu werden, können wir auch getrost den Wölfen unsere Schafherde anvertrauen.
    Ein Beispiel gefällig? Zum Schutz von Mensch, Umwelt und Landschaftsbild wurde vom Gesetzgeber die Vorgabe gemacht, neben Freileitungen auch Erdverkabelungen durchzuführen um die Monstertrassen, wie sie nach heftigen Bürgerprotesten vom damaligen Ministerpräsident Seehofer getauft wurden, erträglich zu machen.
    Jetzt erklären uns die Ü-Netzbetreiber und einige Interessenverbände, dass der Schutz von Mensch, Umwelt- und Landschaft unwirtschaftlich sei und siehe da, – die Legionen von Expert:Innen, Politiker:Innen Journalist:Innen u.s.w. stimmen in die neue Melodie mit ein und fordern jetzt Freileitungen.
    Schließen Sie sich unserer Initiative, dem Raumwiderstand an, weil wir eine sinnvolle Energiewende anstreben. Kommen sie zu den Demos, zu denen wir mit dem Bündnis für Energiewende und den Bürgerinitiativen der vom Trassenwahn bedrohten Ortschaften einladen.
    Die Energiewende wird nur gelingen, wenn die Interessen der Bevölkerung berücksichtigt werden, wenn die Netzentgelte bezahlbar bleiben und nicht ständig versucht wird, uns an der Nase herumzuführen.
    Raumwiderstand Winkelhaid, Herbert Krüger

    Dezentrales System und Speicher statt immer mehr Netzausbau

    Den "zentralistischen" Netzausbau hält Mindrup für naiv. Sein Argument: Allein der deutsche Solarzubau übersteigt den Netzbau um ein Vielfaches - jedes Jahr. "Die Erneuerbaren funktionieren anders als das bisherige System. Das muss man akzeptieren", sagt er. Was wäre besser? Mindrup empfiehlt, das deutsche "Heiligtum" aufzugeben und nach Kalifornien zuschauen. Die Zukunft sind Inselnetze, lokale Preissignale, Kraft-Wärme-Kopplung und die "Alleskönner des Stromsystems", Batterien.

    Bundesregierung steuert in energiepolitische Sackgasse

    Die neue Bundesregierung versucht dagegen krampfhaft, am alten, zentralistischen Energiesystem festzuhalten. Die neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche liebäugelt offen mit den Befürwortern der Atomkraft in Europa, die einen weiteren Ausbau atomarer Anlagen anstreben. Die fossil-atomaren Lobby ist deshalb an einem Ausbau des europaweiten Supergrid interessiert, um den grenzüberschreitenden Stromhandel zu verstärken. Dieser Weg führt klar weg von einer Energiewende und in eine energiepolitische Sackgasse. Die Kostenfrage, wie dieser Netzaubau zu bezahlen sein soll, ohne dass die Strompreise künftig massiv steigen, ist und bleibt ungeklärt.

    Energiewende ist #Systemwechsel.

    #Strompreiszonen #NodalesSystem #energiezellen #zellularessystem #Netzausbau #SuperGrid #Atomkraft #toldyouso

    Bemerkenswertes Interview mit Klaus Mindrup auf ntv:

    https://www.n-tv.de/.../Ein-grosses-Stromnetz-fuer...

    Wichtig: Um Voranmeldung unter der Mailadresse buergermeister@altdorf.de wird gebeten!

    Zu juristischen Tipps und Tricks für Grundstückseigentümer und Aktive der Bürgerinitiativen an der Juraleitung veranstaltet das Aktionsbündnis Trassengegner in Zusammenarbeit mit der Stadt Altdorf am 24. Juni 2025 um 18.30 Uhr im Altdorfer Rathaus einen Infoabend

    mit Rechtsanwalt Wolfgang Baumann,
    Bürgermeister Martin Tabor
    und Andreas Geistmann, Kreisobmann BBV.

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    Was viele nicht wissen: Auf die Enteignung zu warten macht für Grundstückseigentümer in vielen Fällen sogar Sinn. Tennet droht diesen immer wieder, dass Enteignung teuer ist. Was Tennet nicht sagt: Die Enteignungsverfahren sind teuer für Tennet, denn die Kosten trägt der Projektierer. Und sie kosten Zeit. Was wiederum für weitere Verzögerungen sorgt.

    Die Verantwortlichen in der Politik brauchen ja offensichtlich immer noch, um zu verstehen, dass die Juraleitung eine völlig veraltete, für die Energiewende untaugliche und zu kostenintensive Idee ist. Nachprüfbarer Fakt ist auch, dass der Stromtransport-Bedarf klar rückläufig ist. Diese Zeit zum Nachdenken bekommen unsere Politiker durch unsere Verzögerungstaktiken. Die Bürgerinititaiven sagen "gern geschehen".

    Thema Netzausbau und Energiewende - Speicher statt Trassen

    Praktiker und Experten fordern, den Übertragungsnetzausbau auf den Prüfstand zu stellen. Die Bundesregierung habe viel zu einseitig auf den Ausbau von Stromnetzen gesetzt, kritisieren Wissenschaftler der Universität Bayreuth und halten ein rasches Umdenken in der Politik für überfällig.

    Langzeitspeicher – die Strategie bei Dunkelflauten

    Im Jahr 2024 gab es 10 Tage Dunkelflaute: Welche Strategien gibt es, künftige Dunkelflauten ohne fossile Kraftwerke abzufedern? Der aktuelle Beitrag von Markus Steinhausen zeigt: Langzeitspeicher sind der Schlüssel. Nicht immer mehr neue Leitungen, die den Strom ins Nirvana abtransportieren. Denn so fehlt der Strom, wenn man ihn bei Windstille und Dunkelheit braucht und muss - oft aus fossil-atomaren Quellen - von weit her geholt werden. Diese Methode ist für Übertragungsnetzbetreiber ein hervorragendes Geschäftsmodell. Für die Stromkunden hat sich dieser Weg allerdings bereits jetzt als teure Sackgasse erwiesen.

    Batterien und Netz brauchen die gleichen Finanzierungssysteme

    Wir müssen sicherstellen, dass alle System gleich behandelt werden wie Kupfer! Also wenn ich in eine Batterie oder in eine Elektrolyse investiere, die netzdienlich fungiert, muss ich die gleichen Finanzierungssysteme bekommen wie Netz. Und dann ist das Problem gelöst, dann wird auch eine Investitionslust in solche Systeme entstehen“, fordert Marco Krasser, Geschäftsführer der Stadtwerke Wunsiedel.

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