VOM MYTHOS DER "HARMLOSEN STROMTRASSE"

    • Offizieller Beitrag
    VOM MYTHOS DER "HARMLOSEN STROMTRASSE"
    In einem offenen Brief an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck fordert Landrat Andreas Meier den Grünen-Politiker dazu auf, die Planungen für den SüdOstLink zu stoppen und eine möglichst große Reduzierung der benötigten Leitungsstränge und somit auch die Eröffnung neuer Verlegekorridore zu erreichen. Der Haken daran: Es geht dem Landrat nicht etwa um die Verhinderung der Leitung, sondern nur um deren Verlegung in einer weniger großen Version entlang der Autobahn. Dies würde seiner Ansicht nach zu mehr Akzeptanz führen. Das grundlegende Problem des überdimensionierten Netzsystems für den EU-Stromhandel spricht der CSU-Politiker nicht an.


    Eine Stromtrasse nicht zu bauen ist realistisch. Es ist - keine Frage - technisch möglich. Gründe dafür gibt es genug: Der geplante Netzausbau schadet der Energiewende und dem Klimaschutz, die Planungen schaden Menschen und Natur. Die Versorgungssicherheit wird nicht erhöht durch den Ausbau des europäischen Übertragungsnetzes, denn Stromtrassen produzieren keinen Strom, sondern eine klimagerechte Versorgungssicherheit entsteht durch den verbrauchsnahen Ausbau von Erneuerbaren Energien, Speichern, Reservekraftwerkenn und Verteilnetzen.


    Trotzdem gibt es sie an allen Trassen, die Erfinder und Propagandisten der "harmlosen Trasse", die angeblich im Boden verschwindet, kaum Schäden anrichtet und mit der Gesundheitsgefahren kein Thema mehr sein sollen. Die Beweggründe dieser Akteure sind ebenfalls entlang der Trassen identisch: Es sei ja praktisch unmöglich, den Bau der Trasse aufzuhalten, weil... Ja, warum eigentlich? Ist sie Naturgesetz, physikalisch zwingend? Sicher nicht.


    Klar wird aber immer: Es sind alles Trassenbefürworter, die nach diesen "verträglichen" Lösungen suchen, gepaart mit der beharrlichen Behauptung, es wäre konstruktiv, eine "einvernehmliche Lösung" für eine neue Leitung zu suchen, die nicht den Klimaschutzzielen nützt.

    Seehofer (hat Erdkabel für Südostlink und Südlink im Bundestag durchgedrückt), Frieser (MdB CSU, will die "Molipipe" an der Juraleitung), Landrat Meier und MdB Albert Rupprecht (wollen die Autobahnvariante, trotzt mehrfacher Beteuerung von Tennet und der BNetzA, dass sie das technisch nicht hinbekommen) - niemand von ihnen ist ein Befürworter der Energiewende.

    Das sollte eigentlich als Begründung reichen, um zu fordern, was realistisch und notwendig ist und was von verantwortungsbewussten Politikern erwartet werden muss:

    Trassenbau stoppen, nicht, um teuere Alternativkorridore und neue Techniken zu finden, sondern um endlich die dezentrale Energiewende voranzubringen. Und um die benötigten Ressourcen, Gelder, Arbeitskräfte, Rohstoffe usw. nicht unnötig für den Ausbau des europäischen Stromhandels mit Atom- und Kohlestrom zu verschwenden.